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10. September 2019

Ein innerer Ort in der äußeren Welt

Zen-Lehrerein Nicole Baden berichtete über den Bau einer Meditationshalle. Links Peter Haußmann, Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft/Freundeskreis Nagai – Bad Säckingen Foto:Charlotte Fröse
BADISCHE ZEITUNG
Dienstag, 10. September 2019

von Charlotte Fröse

BAD SÄCKINGEN. Zum Abschluss der Ausstellung über traditionelle japanische Handwerkskunst in der Villa Berberich sind die Zuhörer eines Vortrags am Sonntagnachmittag in die Philosophie, die Grundzüge und die Gedankenwelt des Zen-Buddhismus eingetaucht.

Im Mittelpunkt des Vortrags stand der Bau einer Meditationshalle, einem Zendo, der Herrischrieder Gemeinschaft Dharma Sangha. "Der Zendo trägt den Geist der Praktizierenden", erklärte Nicole Baden vom Zen-Zentrum Johanneshof-Quellenweg, einem Buddhistischen Studienzentrum, in Herrischried/Großherrischwand in ihrem Vortag "Ein innerer Ort in der äußeren Welt – vom Bau einer Meditationshatte in Herrischried".

Sie betonte auch: "Raum ist das, was wir gemeinsam erschaffen." Um einen Raum für den Geist zu schaffen, der sich an der Situation und den Menschen orientiert, sei eine hohe Aufmerksamkeit erforderlich, erklärte die Zen-Lehrerin. So lernten die Handwerker zunächst die Gemeinschaft in Herrischried kennen, bevor es an die Arbeit ging. Rund zwei Jahre dauerte der Bau. Dabei ging es nicht um einen Gebäude-Neubau, sondern um einen Ausbau eines bestehenden Gebäudes, einer ehemaligen Schreinerei auf dem Gelände der Gemeinschaft, in eine Meditationshalle. Der Zendo im Johanneshof-Quellenweg ist ein gutes Beispiel für die Ästhetik traditionell japanischer Handwerkskunst.

Er wurde in der Überlieferung der japanischen Holzverbindungstechnik, die ohne Metallverbindungen auskommt, geschaffen. Die verwendeten edlen Hölzer stammen aus Kalifornien. Um dem Raum die Bedeutung zu geben, für den er vorgesehen ist, mussten die Materialien in Qualität und Reinheit ganz bestimmten Vorgaben entsprechen. Vorgefertigt wurden die Einzelteile der Meditationshalle ebenfalls in Kalifornien. Im Hotzenwald kamen sie als riesiges 3D-Puzzle an, welches dann die speziell ausgebildeten und in der traditionellen japanischen Holzbaukunst geschulten Handwerker mit großer Achtsamkeit zusammenfügten.

Der Raum zeichnet sich durch einen hohen Level an Details in der Holzverarbeitung aus, wovon sich die Besucher des Vortrags anhand vieler Bilder und eines Videos, die während des Baus entstanden sind, überzeugen konnten. Peter Haußmann, Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft/Freundeskreis Nagai – Bad Säckingen, berichtete zum Abschluss der Ausstellung, die vom 18. August bis zum 8. September zu sehen war, dass besonders viele, nämlich mehr als 500 Personen, die Ausstellung besucht hätten.

Zen-Zentrum in Herrischried

Das Zen-Zentrum Johanneshof Quellenweg wurde 1996 von Zentatsu Baker Roshi gegründet. Zen bedeutet Versenkung, Konzentration des Bewusstseins. Zen ist eine Meditationspraxis. Zendo ist eine Meditationshalle die für zeremonielle Zwecke verwendet wird. Nicole Baden (Jahrgang 1981) ist Dharma Nachfolgerin von Zentatsu Baker Roshi. Sie praktiziert seit 2001 mit der Dharma Sangha. Sie studierte Psychologie an der Universität Oldenburg und absolvierte eine Ausbildung in der körpertherapeutischen Methode Body Mind Centering. Vier Jahre lebte sie im Crestone Mountain Zen Center in Colorado, USA. Seit 2013 ist sie im Johanneshof-Quellenweg. Als Direktorin ist sie die organisatorische Leiterin des Zen-Zentrums Johanneshof-Quellenweg.
https://www.badische-zeitung.de/ein-innerer-ort-in-der-aeusseren-welt
https://www.suedkurier.de/digitale-zeitung/epa12904,70144,,18