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13. Oktober 2014

"Ein kleiner Stein zum Haus des Friedens"

Die Repräsentanten der Partnerstädte, von links: Michele D’Ambrosio aus Santeramo, Karl Schlögl aus Purkersdorf, Alexander Guhl von Bad Säckingen, Ferdinand Bernhard aus Sanary-sur-Mer, Kenji Endo aus Nagai und Martin Laupper-Müller aus Glarus Nord (früher Näfels) Foto: Michael Gottstein
BADISCHE ZEITUNG
Montag, 13.Oktober 2014 von Michael Gottstein

Die Repräsentanten der fünf Partnerstädte erneuern in feierlichem Rahmen die Freundschaft zu Bad Säckingen / Knapp 200 Gäste aus fünf Nationen.

BAD SÄCKINGEN. Rhetorisch mögen sich die Ansprachen unterschieden haben, inhaltlich stimmten die Redner darin überein, dass Städtepartnerschaften Beiträge zum Frieden und der Verständigung leisten und diese Funktion nur erfüllen können, wenn sie von einer großen Zahl von Bürgern getragen werden. Die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden und die Erneuerung des Verschwisterungseides am Samstagabend in Bad Säckingen waren in ein umfangreiches musikalisch-kulturelles Programm eingebettet.
Knapp 200 Gäste aus den Partnerstädten Sanary-sur-Mer, Purkersdorf, Santeramo in Colle, Nagai und Glarus Nord (Näfels) waren in den Kursaal eingeladen. Die Redner dankten den Bürgern, die Interesse für fremde Denkweisen, Kulturen und Lebensgewohnheiten gezeigt und sich um die Partnerschaften verdient gemacht hatten. Besonders gedachte man des Französischlehrers Joseph Haas, der die Jumelage mit Sanary (sowie andere deutsch-französische Verschwisterungen) initiiert hatte. Die Stadtmusik unter Leitung von Johannes Brenke umrahmte den Festakt. Nach den Ansprachen trug sie die Nationalhymnen und die Europahymne vor, und auch die Trompeterin von Säckingen, Pia Schwenke, fehlte nicht.

DIE BÜRGERMEISTER
Gastgeber Alexander Guhl meinte, die Welt sei heute dank des Internets näher zusammengerückt, doch "keine noch so gute Informationstechnologie vermag den persönlichen, tiefer gehenden Kontakt zum jeweils anderen Menschen zu er-setzen". Purkersdorfs Bürgermeister Karl Schlögl wies darauf hin, dass der Kalte Krieg neuen Bedrohungen wie der Umweltzerstörung und dem Terrorismus gewichen sei. Städtepartnerschaften seien ein Weg, diesen entgegenzuwirken, da sie die "Zusammenarbeit von unten her" in den Mittelpunkt stellten, während Regierungschefs oft eher das Trennende sähen. Sanarys Rathauschef Ferdinand Bernhard stimmte ebenso wie sein italienischer Amtskollege einen hohen pathe-tischen Ton an und griff gerne zu Metaphern: Die Erneuerung der Verschwisterung sei eine Gelegenheit, "einen kleinen Stein zum Haus des Friedens beizutragen", und dieses "Glied der Kette der Brüderlichkeit" solle man in der "Periode der finanziellen Krise nicht als nebensächlich" betrachten. "Es lebe die Freund-schaft, es lebe der Friede", rief er, und Santeramos Bürgermeister Michele D’Ambrosio stimmte einen Hochruf auf Bad Säckingen, Santeramo und Europa an, nachdem er appelliert hatte, sich "nicht nur durch eine gemeinsame Währung verbunden zu fühlen, sondern vor allem durch den tiefen Wunsch, Mitglied derselben Familie zu sein, deren Grundwerte Frieden, Gastfreundschaft, Solidarität und Teilen der Gemeinsamkeiten und Besonderheiten sind". Aus Nagai überbrachte Bürgermeisterstellvertreter Kenji Endo die eigenen Grüße und die des Rathauschefs Shigeharu Uchiya und lud ein, die "Stadt von Wasser, Grün und Blumen" zu besuchen. Der Gemeindepräsident von Glarus Nord, Martin Laupper-Müller, unterstrich die Bedeutung des heiligen Fridolin als Bindeglied. Die Zweierfreundschaft sei nun vertieft und zu einem Sextett erweitert worden: "Eure Freunde sind auch unsere Freunde"
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